Ann Katrins Einsatz beim THW: Unser Beitrag in der "Arbeitsschutz - aber sicher"
Müsch an der Ahr: Hier ist Ann-Katrin Hümmerich seit mehreren Tagen im Einsatz. Nach der Flutkatastrophe 2021 wurde hier eine Behelfsbrücke errichtet, die nun abgebaut und durch einen dauerhaften Neubau ersetzt wird. Ein weiterer Schritt im Wiederaufbau der Region. Und das ist nur einer von vielen Einsätzen. Für Ann-Katrin passiert diese Arbeit am Wochenende oder abends, im Rahmen ihres Ehrenamts beim Technischen Hilfswerk. Unter der Woche ist sie für Höhenpass tätig und trägt dort zur Sicherheit von Menschen bei, die in der Höhe oder Tiefe arbeiten.
Bei Höhenpass sorgt Ann-Katrin dafür, dass im Hintergrund alles reibungslos läuft: Sie koordiniert die verschiedenen Geschäftsbereiche, plant Schulungen und organisiert Montageeinsätze. Strukturiertes Arbeiten, Verlässlichkeit und technisches Verständnis sind dabei genauso gefragt wie beim THW, wo sie anpackt, wo Hilfe gebraucht wird. Dass das THW selbst zu den Kunden von Höhenpass gehört, rundet das Bild ab: Produkt und Praxis liegen hier nah beieinander. Doch was gab Ann-Katrin den Anstoß dazu, selbst Kameradin beim THW zu werden? „2021, nach der verheerenden Flutkatastrophe, war ich als zivile Helferin zur Unterstützung im Ahrtal. Diese Erfahrung hat mich dazu bewegt, dem THW beizutreten. Im Oktober 2022 habe ich meine Grundausbildung dort erfolgreich abgeschlossen und bin nun Truppführerin der Bergung.“
Vielfalt und gegenseitige Unterstützung
Viele Frauen zögern noch immer, wenn es darum geht, technischen Organisationen beizutreten. Die Sorge, als Frau nicht dazuzugehören oder nicht ernst genommen zu werden, ist nicht immer unbegründet, aber auch nicht mehr überall Realität. Ann-Katrins Erfahrungen beim THW zeichnen ein anderes Bild: „Meine Erfahrungen im Technischen Hilfswerk haben mir gezeigt, wie wichtig Vielfalt und gegenseitige Unterstützung sind. Ich halte es für essenziell, dass Frauen selbstverständlich auch in technischen und einsatzorientierten Bereichen vertreten sind – nicht nur im THW, sondern in allen Berufs- und Ehrenamtsfeldern. Und genauso wichtig ist es, dass Männer ihren Platz in sogenannten klassischen Frauenberufen finden“. Ann-Katrin erklärt weiter, dass die unter- schiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Stärken die Zusammenarbeit enorm erleichtern: „Das gegenseitige Lernen voneinander schafft einen echten Mehrwert – fachlich wie menschlich. Im THW fühle ich mich aufgehoben, wertgeschätzt und als Teil einer starken Gemeinschaft. Natürlich gibt es Situationen, in denen ich an meine Grenzen stoße, auch körperlich. Doch gerade dann zeigt sich für mich, was wahre Kameradschaft bedeutet: sich gegenseitig zu unterstützen, füreinander einzustehen und gemeinsam Herausforderungen zu meistern. Denn letztlich zählt beim THW vor allem eines: die Bereitschaft anzupacken und der Wunsch sich einzubringen. Wer das mitbringt, wird gebraucht, unabhängig vom Geschlecht“.