EICHENPROZESSIONSSPINNER-EINSATZ IN BERLIN: EIN PRAXISBEISPIEL AUS DEM BISHERIGEN REKORDSOMMER 2026
WARUM SIND BERLIN UND BRANDENBURG SO STARK VOM EPS BETROFFEN?
Der Eichenprozessionsspinner fühlt sich vor allem an warmen, trockenen Standorten mit einem hohen Eichenanteil wohl. Genau die Bedingungen, die in weiten Teilen Berlins und Brandenburgs vorherrschen. Alleen, Parkanlagen und private Grundstücke mit älterem Baumbestand bieten der Raupe ideale Voraussetzungen, um sich auszubreiten. In Kombination mit den zunehmend heißen, trockenen Sommern der letzten Jahre hat sich die Population in der Region deutlich verstärkt, was sich 2026 in den Meldezahlen der Bezirke unmittelbar niederschlägt. Für die Stadt Berlin, Eigentümer:innen und Verwaltungen heißt das: Wer Eichen auf dem Grundstück hat, sollte den Baumbestand ab Mai/Juni regelmäßig kontrollieren, im eigenen Interesse und aus Verkehrssicherungspflicht.
DER EINSATZ: FÜNF EICHEN, EINE HAUSVERWALTUNG, EIN SOMMERTAG
Im Sommer 2026 erreichte uns die Anfrage einer Hausverwaltung in Berlin. Auf dem betreuten Grundstück waren fünf Eichen vom Eichenprozessionsspinner befallen, drei große und zwei kleinere Bäume. Der Befallsgrad unterschied sich deutlich zwischen den Bäumen: Die beiden kleineren Eichen zeigten mit 3 bis 5 Nestern einen vergleichsweise geringen Befall. Die drei großen Bäume in Steglitz waren dagegen mit teils 15 bis 20 Nestern pro Baum sehr stark betroffen. Erschwerend kam hinzu, dass die Nester in einer Höhe von etwa 13 bis 26 Metern saßen. Ein Bereich, der mit klassischer Hubarbeitsbühne oder Leiter nicht so einfach oder sicher zu erreichen gewesen wäre. Der Zugang war deshalb ausschließlich über Seilklettertechnik (SKT) möglich. Zwei Kollegen aus dem Team HöHENPASS waren einen vollen Arbeitstag mit der Entfernung beschäftigt. Das ist keine Ausnahme: Je nach Zugänglichkeit, Nestlage und Kronenaufbau kann ein vergleichbarer Einsatz deutlich länger dauern, bei erschwerten Bedingungen sogar zwei- bis dreimal so lange wie in diesem Fall.
BESONDERE HERAUSFORDERUNGEN VOR ORT
Was diesen Einsatz zusätzlich anspruchsvoll machte, war die konkrete Lage der Bäume mitten im urbanen Berliner Wohnumfeld: Die Eichen standen in unmittelbarer Nähe zu Garagen, zu den Fußwegen der Anwohner und direkt über den Mülltonnenstandplätzen der Häuser. Jede Bewegung in der Krone musste also so kontrolliert erfolgen, dass weder Brennhaare noch Nestreste in Bereiche mit Publikumsverkehr gelangen konnten. Hinzu kamen Temperaturen von knapp über 35 Grad – bei voller persönlicher Schutzausrüstung eine erhebliche zusätzliche Belastung für das Team.
WIE DIE EPS-NESTER IM STADTGEBIET ENTFERNT WURDEN
Entfernt wurden die Nester über eine Kombination zweier Methoden: Spezialkleber zum Fixieren der Nester, damit sich beim Ablösen keine Brennhaare unkontrolliert verteilen, sowie das anschließende manuelle Abpflücken der verklebten Nester direkt am Seil. Nach dem Einsatz in der Höhe wurden alle Nester sicher verpackt und fachgerecht entsorgt. Die Entsorgung ist ein weiterer kritischer Schritt, der ebenso sorgfältig erfolgen muss wie die Entfernung selbst, da die Brennhaare auch in entfernten Nestern über Jahre ihre reizende Wirkung behalten können.
WAS MAN AUS DIESEM EPS-EINSATZ IN BERLIN MITNEHMEN KANN
Dieser Einsatz zeigt exemplarisch, worauf es bei einem EPS-Befall im dicht besiedelten Berliner Stadtgebiet ankommt: Die Nestlage entscheidet über die Zugangsmethode. Ab einer gewissen Höhe oder bei einer komplizierten Lage bleibt oft nur die Seilklettertechnik, da Hubarbeitsbühnen entweder nicht überall aufgestellt werden können oder die Höhe nicht erreichen. Oder auch, weil die Verwendung schlichtweg zu teuer ist. Die Umgebung bestimmt den Aufwand mindestens so stark wie der Befall selbst. Nähe zu Wegen, Garagen, Spielplätzen oder anderen gut besuchten Plätzen erfordert zusätzliche Absicherung und Abstimmung, unabhängig davon, wie viele Nester tatsächlich entfernt werden müssen. Die Zeitplanung sollte Puffer enthalten. Ein Arbeitstag für zwei Personen war in diesem Fall realistisch, kann sich aber je nach Lage der Nester auf mehrere Tage ausdehnen. Gerade angesichts der aktuell hohen Meldezahlen von Eichenprozessionsspinnern aus Berlin und Brandenburg lohnt es sich, befallene Bäume nicht erst dann kontrollieren zu lassen, wenn sich jemand beschwert, sondern frühzeitig im Jahr.
Wer selbst mit einem ähnlichen Befall konfrontiert ist, findet ausführliche Informationen zu Ablauf, Methoden und Kosten einer professionellen Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung mit Seilklettertechnik auf unserer Serviceseite.