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AUS DEM ALLTAG EINES INDUSTRIEKLETTERERS

HöHENPASS in der Oktoberausgabe von „Arbeitsschutz- aber sicher“

Für viele Arbeitnehmer bedeutet Arbeitsschutz: Vorschriften, andauernde Unterweisungen und Gefährdungsbeurteilung. Für Industriekletterer hingegen nimmt Arbeitsschutz und die richtige persönliche Schutzausrüstung einen ganz anderen Wert ein. Ohne diese wäre auch die Arbeit von Christian Korömi nicht möglich. Er ist einer unserer „Experten für Arbeiten in Höhen und Tiefen“.

Im Arbeitsschutzmagazin „Arbeitsschutz – aber sicher“ erklärte er, wie sein Berufsalltag als Industriekletterer aussieht und warum er sich trotz diverser Risiken doch immer wieder in die Höhe wagt.

Der Weg zum Beruf des Industriekletterers

Nicht selten startet die Karriere eines Industriekletterers in einer anderen, oftmals handwerklichen, Branche. Auch Christian Korömi arbeitet zunächst viele Jahre als Dachdeckermeister im eigenen Meisterbetrieb. Als er 2006 im Rahmen eines Auftrages bezüglich einer Hochhaussiedlung an die Grenzen seiner Möglichkeiten als Dachdecker kommt, beschleicht ihn zum ersten Mal auch die Idee einer neuen Herausforderung. So wagt er einige Jahre später die Umschulung zum Industriekletterer und nimmt an der Zertifizierung des deutschen Kletterverbandes FISAT teil. Mittlerweile hat er alle Qualifizierungen nach FISAT (Level 1-3) abgeschlossen und besitzt unter anderem auch das Zertifikat:“Sachkundiger für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz nach DGUV Grundsatz 312-906“.

ARBEITEN IN HÖHEN UND TIEFEN 

Oftmals vergessen wir, dass Industriekletterer nicht nur Höhen bezwingen, sondern auch in Schächte und andere beengte Räume einsteigen, da diese meist nicht durch Gerüste oder Steigleitern zu erreichen sind. Auf die Frage ob Christian Korömi lieber in der Höhe oder Tiefe arbeitet antwortet er: „Spannend ist beides, und mich zu entscheiden was mehr Spaß macht könnte ich nicht. Allerdings muss ich auch gestehen, dass durch viele zusätzliche Risiken in gefährlichen Räumen wie z.B. in Kesseln und Schächten ein mulmiges Gefühl aufkommen kann. Explosionsgefahren, Sauerstoffmangel und chemische Ausgasungen. Ein einziger Funken kann zu einer Explosion führen, der Aufstieg muss also immer gewährleistet sein. Aber auch in der Tiefe bringt mir meine Erfahrung und das Wissen über meine Ausrüstung die nötige Sicherheit“.

HERAUSFORDERNDER EINSATZ

„Ein herausfordernder aber vor allem sehr spannender Einsatz war die Montage von Wetterradaren auf den Philippinen, in Strandnähe und unter Arbeitsbedingungen die wir uns ins Deutschland gar nicht vorstellen können“, erzählt Korömi. „Es herrscht grundsätzlich ein tropisches Klima und Arbeitssicherheit wird von vielen Arbeitskräften nicht ernst genommen. Das hat die Zusammenarbeit natürlich erschwert. Doch das Panorama und die Erfahrung hat das alles wettgemacht“. Weiter erklärt er: “Immer wieder herausfordernd sind Höhenarbeiten an Kirchtürmen und -dächern. Hier gibt es oftmals keine geeigneten Ankerpunkte zum Absichern und man muss sich immer neu anpassen können. Höhen von bis zu 90 Metern und der Aufstieg an sehr individuellen Architekturen bis hin zur Kirchturmspitze sind nicht zu unterschätzen“. 
Die tägliche Arbeit von Industriekletterern besteht meist nicht nur aus der Arbeit in der Höhe und Tiefe. Korömi erklärt, dass zu jedem Auf- und Abstieg auch eine handwerkliche Arbeit gehört. „Sei es die Reparatur von Schieferplatten, Verfugungs- und Reinigungsarbeiten oder das Spannen von Vogelnetzen. Eine handwerkliche Begabung ist auf jeden Fall von Vorteil“. 
Ein weiterer Punkt auf seiner To-Do-Liste sind Revisionen und die Überprüfung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA). Eine ebenfalls unterschätzte Tätigkeit unserer Experten in der HöHENPASS Akademie ist das Leiten von Schulungen nach DGUV Regeln. Als Trainer muss man die nötige Überzeugungskraft mitbringen, um den Teilnehmern die lebenswichtige Bedeutung von Absturzsicherung zu vermitteln.

 GEFAHRENURSPRUNG UND PLANUNG

Machen Industriekletterer Fehler, kann dies ganz schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. „Ich habe zum Glück erst einmal erlebt, dass es durch ein austretendes Gas in einem Kessel zu einer Erstickungsgefahr kam“, berichtet Korömi. „Oftmals liegt das nicht an den Kletterern selbst oder an fehlerhaftem Equipment. Eine Situation wird gefährlich, wenn die Planung vorher schon fehlerbehaftet ist, etwa durch fehlende Informationen. Um dies zu vermeiden ist ein ausführliches Gespräch mit dem Auftraggeber, eine vorherige Objektbegutachtung und Gefährdungsbeurteilung der Arbeitssituation unumgänglich“. 
Um weiteren Fehlern aus dem Weg zu gehen, kommt für Höhenpass nur das beste Equipment infrage. „Nicht alleine das Know-How oder die Erfahrungen macht meine Kollegen und mich zu Experten der Höhe und Tiefe“, erläutert Korömi. "Denn ohne die Expertise zahlreicher Hersteller für Absturzsicherung und PSAgA würde sich niemand von uns den Herausforderungen der Höhe stellen können.“