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Das wichtigste über Schutzhelme

HöHENPASS fragt nach: Das wichtigste zum Thema Schutzhelm.

Interview mit Martin Schmitz, Inhaber SAFEBASE e.K. Handelsagentur für Arbeitsschutzprodukte, Mitglied im Normenausschuss für Industrieschutzhelme beim DIN e.V. und seit 2002 in der Branche für Arbeitsschutzprodukte tätig.

Da es beim Thema Schutzhelme oftmals zu Verwirrungen bei den entsprechenden Normen kommt haben wir das wichtigste im folgenden Abschnitt gesammelt und uns mit dem erfahrenen Experten Martin Schmitz ausgetauscht.

In unserem Shop finden Sie ein breite Auswahl von Schutzhelmen für jegliche Einsatzzwecke.

Häufige Fragen zu Schutzhelmen

Aktuell gibt es drei Normen die im Bereich der gewerblichen und industriell genutzten Schutzhelme relevant sind. Die Norm für Industrieschutzhelme nach EN 397, die Hochleistungsindustrieschutznorm EN 14052 und die Norm für Bergsteigerhelme nach EN 12492.

Schlussendlich ist dies aber nur eine einfache, grobe Unterteilung der drei Normen. 

Die Hochleistungsindustrieschutznorm EN 14052 ist eine Art Weiterentwicklung der EN 397 mit höheren Anforderungen an den Helm. Diese Norm kommt vor allem im Rettungswesen zum Einsatz.

Die EN 12492 ist wie der Name „Norm für Bergsteigerhelme“ bereits deutlich macht eigentlich eine Zertifizierung für Freizeit/Sporthelme. Der wesentliche Unterschied zu den Industriehelmen ist der Kinnriemen. Dieser muss bei der EN 12492 mindestens die doppelte Zugkraft aushalten, bevor dieser öffnet. Ziel ist es hier, dass der Helm möglichst lange auf dem Kopf bleibt um Verletzungen z.B. bei Pendelunfällen am Seil im Gebirge zu verhindern.

Im Gegensatz hierzu steht der Kinnriemen bei den Normen EN 397 und EN 14052. Um Strangulationsunfälle zu vermeiden, muss der Kinnriemen hier bei einer deutlich geringeren Zugkraft öffnen, sodass keine Gefahr der Strangulation besteht.


Jedes Unternehmen ist verpflichtet, vor dem Kauf der Schutzhelme eine Gefährdungsanalyse zu erstellen, aus der dann hervorgeht, welcher Helm nach welcher Norm zum Einsatz kommen muss.

In erster Linie muss diese Entscheidung der Träger bzw. das Unternehmen selbst treffen, da nur dort die möglichen Gefahren bekannt sind. Es gibt diverse Gremien, die in die Normierung von Schutzhelmen involviert sind, so zum Beispiel der DIN e.V. in Berlin auf deutscher Ebene in Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften. Jedoch können diese Gremien lediglich die Rahmenbedingungen festlegen. Die eigentliche Entscheidung, welcher Helm der richtige für mich ist, obliegt bei mir als Träger bzw. dem Unternehmen. Wenn man sich nicht sicher ist, welcher Helm der richtige für mich oder meine Mitarbeiter ist, geben Institutionen, wie zum Beispiel die Berufsgenossenschaften, Hilfestellung bei der Kaufentscheidung.


Eine pauschale Aussage lässt sich hier nicht machen. Jeder Arbeitsunfall wird durch die Berufsgenossenschaften untersucht und dann entsprechend bewertet.

Jedem sollte allerdings klar sein, dass ich mir im schlimmsten Fall durch den Einsatz des falschen Helms oder durch das Weglassen dessen Verletzungen zufügen kann, die für mich dauerhafte Gesundheitsschäden nach sich ziehen oder gar bis hin zum Tod führen können. Somit sollte jeder, ungeachtet von möglichen Strafen, ein hohes Eigeninteresse daran haben, Regeln im Arbeitsschutz einzuhalten.


Wie wird die Entwicklung in Sachen Schutzhelme weitergehen? Gibt es neue Materialien oder Formen und können verschiedenen Normen zusammengeführt werden?

Aktuell stehen in der Normierung für Industrieschutzhelme keine wesentlichen Änderungen bevor. Innerhalb des DIN gibt es Überlegungen, die Normen EN 397 und EN 14052 zusammenzuführen, um dann verschiedene Schutzklassen herauszubilden. Dies ist jedoch aktuell nur eine Überlegung, die diskutiert wird. 

Was die Helme selbst betrifft kommen immer mehr sportliche Varianten mit deutlich verbesserter Innenausstattung auf den Markt.
Auch die optische Komponente findet immer mehr Beachtung und Einflüsse aus dem Sportsektor machen die Produkte ansehnlicher und innovativer. Dies alles führt letztendlich zu einem verbesserten Tragekomfort und einer höheren Trageakzeptanz und somit zu einem höheren Schutzlevel als vorher.


Wichtig ist erstmal, dass ich wie bei Frage 1 bereits kurz beschrieben, den richtigen Helm gemäß der für mein Einsatzgebiet passenden Norm verwende und so die Risiken minimiere. Darüber hinaus sind Passform und Tragekomfort entscheidend, denn nur ein Helm, der für mich angenehm zu tragen ist, wird bei mir auch dauerhaft Verwendung finden. Somit sollte man vor dem Kauf den Helm testen bzw. Probe tragen.

Des Weiteren sollte ich darauf achten, ein zertifiziertes Produkt zu erwerben, welches vorher die notwendigen Prüfverfahren durchlaufen hat. Jeder zertifizierte Helm muss am Helm selbst, in der Regel im Innenbereich, ein Etikett mit den entsprechenden Angaben aufweisen. Des Weiteren muss jedem Helm eine Gebrauchsanweisung beiliegen, aus der weitere Informationen, auch bezüglich der Zertifizierung, hervorgehen.
Der Kaufpreis sollte eine eher untergeordnete Rolle spielen. Schließlich geht es um die eigene Gesundheit und gerade Kopfverletzungen können schwerwiegende, langfristige Auswirkungen haben, wo ein qualitativeres Produkt diese eventuell verhindert oder minimiert.